Der Abo-Kassensturz: zwanzig Minuten, die dreistellig wehtun
Nicht raten, aufschreiben. Und dann die eine Spalte ansehen, in der steht, was du selbst als „nie genutzt“ markiert hast.
von Die Redaktion · · 5 Minuten Lesezeit
Abos sind die perfekte Geldfalle, weil sie drei Dinge gleichzeitig tun: Sie sind einzeln klein, sie werden automatisch abgebucht, und sie erinnern dich nie daran, dass es sie gibt. Ein Vertrag, der jeden Monat ohne dein Zutun weiterläuft, ist genau dann am teuersten, wenn du ihn vergessen hast.
Was wir nicht tun
Wir sagen dir nicht, wie viel du verschwendest. Wir könnten „selten genutzt“ mit 50 Prozent gewichten und dir eine schöne runde Zahl hinschreiben – aber woher kämen die 50 Prozent? Aus keiner Studie, aus keiner Messung, nur aus dem Wunsch nach einer griffigen Überschrift. Der Rechner zeigt drei getrennte Summen: was du oft nutzt, was du selten nutzt, und was du selbst als nie genutzt eingetragen hast. Die letzte Zahl ist keine Schätzung, sie ist deine eigene Aussage.
Der Beispielhaushalt
Acht Abos, wie sie in vielen Haushalten stehen: zwei Streamingdienste, Musik, Cloud, eine Fitness-App, eine digitale Zeitschrift, ein Spiele-Abo und eine Software-Jahreslizenz. Zusammen 987 € im Jahr, davon 376 € für Dinge, die niemand mehr öffnet.
Nie genutzt
376 €
Selten genutzt
276 €
Oft genutzt
336 €
Das sind 38,1 % deiner Abokosten fuer etwas, das du selbst als „nie genutzt" eingetragen hast.
Annahmen dieser Rechnung
- Was du als „selten" markiert hast, zählen wir NICHT als Verschwendung. Ob ein selten genutztes Abo weg kann, entscheidest du.
Die Jahreslizenz ist der unangenehmste Posten
Monatliche Abos fallen auf, weil sie zwölfmal im Kontoauszug stehen. Eine Jahreslizenz steht einmal da – vor elf Monaten. Genau deshalb überlebt sie am längsten.
Was du dagegen tun kannst
-
Zieh die Liste aus dem Kontoauszug, nicht aus dem Kopf
Filtere die letzten zwölf Monate nach wiederkehrenden Beträgen. Fast jeder findet dabei mindestens ein Abo, an das er sich nicht erinnert hat – und das ist per Definition eins, das weg kann.
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Kündige zuerst, was du nie nutzt, nicht was am meisten kostet
Beim teuren Abo diskutierst du mit dir selbst. Beim ungenutzten gibt es nichts zu diskutieren. Erledige die einfachen Fälle zuerst – der Rest fällt danach leichter.
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Setz dir eine Wiedervorlage auf elf Monate
Jahreslizenzen und Versicherungen verlängern sich still. Ein Kalendereintrag einen Monat vor dem Stichtag ist der billigste Schutz gegen ein weiteres Jahr, das du nicht wolltest.
Häufige Fragen
Warum zählt ihr „selten“ nicht als Verschwendung?
Weil das deine Entscheidung ist und nicht unsere. Ein Musikdienst, den du nur im Urlaub nutzt, kann für dich trotzdem seinen Preis wert sein. Ein Rechner, der das für dich entscheidet, rechnet dir eine Meinung vor.
Kann ich mehr als acht Abos eintragen?
Das Formular hat acht Zeilen, weil die Seite ohne JavaScript arbeitet und ein „Zeile hinzufügen“ ohne Skript nicht geht. Wer mehr hat, rechnet zweimal und addiert – das ist ehrlicher als ein Knopf, der nichts tut.
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