Dein Fitnessstudio-Abo: die teuerste Art, nicht zu trainieren
Das Studio verdient am besten an denen, die nie kommen. Das ist kein Vorwurf an dich – es ist das Geschäftsmodell.
von Die Redaktion · · 6 Minuten Lesezeit
34,90 € im Monat sind 419 € im Jahr. Wer zweimal die Woche geht, zahlt gut 3,30 € je Besuch – ein sehr guter Preis. Wer einmal im Monat geht, zahlt 34,90 € je Besuch. Wer im März das letzte Mal da war, zahlt für nichts.
Das Studio rechnet mit dir
Ein Studio verkauft mehr Mitgliedschaften, als es Plätze hat, und das ist kein Betrug, sondern Kalkulation: Es funktioniert nur, weil ein großer Teil der Mitglieder selten kommt. Käme jeder zweimal die Woche, stünde man an jedem Gerät Schlange. Die Verträge sind entsprechend gebaut – lange Laufzeit, bequemer Einstieg, unbequemer Ausstieg.
Das Unangenehme daran ist nicht, dass es so ist. Unangenehm ist, dass die Gebühr weiterläuft, während man sich vornimmt, wieder anzufangen. Der Vorsatz kostet dabei genauso viel wie das Training.
Rechne mit deinem Beitrag
pro Woche
8 €
pro Monat
35 €
pro Jahr
419 €
| Einmal | 35 € |
| Mal im Jahr (monatlich) | 12,00 |
| Im Jahr | 419 € |
| Als Monatsrate angelegt | 35 € |
| Nach dem Zeitraum, nominal | 28.457 € |
| Davon in heutiger Kaufkraft | 15.710 € |
Annahmen dieser Rechnung
- Angenommene Rendite je Jahr: 5,0 %
- Angenommene Geldentwertung je Jahr: 2,0 %
- Betrachtungszeitraum: 30
- Gerechnet, als würde der Jahresbetrag in zwölf Monatsraten angelegt.
Die ehrliche Frage
Nicht „will ich Sport machen“, sondern: Wann war ich das letzte Mal dort? Wenn die Antwort mehr als sechs Wochen zurückliegt, ist der Vertrag keine Motivation mehr, sondern eine Abbuchung.
Was du dagegen tun kannst
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Prüf die Laufzeitklausel, bevor du dich abfindest
Nach Ablauf der Erstlaufzeit läuft dein Vertrag monatlich weiter und ist mit einem Monat kündbar – eine automatische Verlängerung um ein weiteres Jahr ist unwirksam. Einzelheiten in Zwei Jahre, ein Monat, Schluss.
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Sonderkündigung bei Umzug oder Krankheit prüfen
Ein Umzug in eine andere Stadt oder eine ärztlich bescheinigte, dauerhafte Trainingsunfähigkeit können ein Recht zur außerordentlichen Kündigung begründen. Das ist eine Einzelfallfrage – aber eine, die zu stellen fünf Minuten kostet und ein Jahresbeitrag wert sein kann.
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Rechne die Alternative durch, statt sie zu behaupten
Laufen, Fahrrad, Eigengewicht und ein Satz Kurzhanteln kosten einmalig, nicht monatlich. Trag beides in den Rechner: den Beitrag als monatliche Gewohnheit und die Anschaffung als Einmalbetrag. Die Zahlen entscheiden schneller als jeder Vorsatz.
Häufige Fragen
Ist es nicht sinnvoll, den Vertrag als Selbstverpflichtung zu behalten?
Verhaltensökonomisch ist das ein bekanntes Argument, und für manche funktioniert es. Messbar ist aber nur eins: ob du hingehst. Wenn dich der Vertrag drei Monate lang nicht ins Studio gebracht hat, wird er es im vierten auch nicht.
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