Arm weil du glaubst, fünf Euro sind egal
Sie sind es auch. Einmal. Das Problem ist, dass es nie einmal ist.
Fünf Euro am Tag sind 1.826 € im Jahr. Jeder weiß das, sobald er es liest, und praktisch niemand denkt so, während er zahlt. Das ist keine Charakterschwäche. Es liegt an der Form, in der der Betrag auftritt: einzeln, klein und nie als Jahressumme.
Warum das Gehirn hier falsch rechnet
Ein Betrag steht nie für sich, er steht immer neben etwas. Fünf Euro neben einem Kaffee sind viel. Fünf Euro neben einer Handyrechnung sind nichts. Und fünf Euro, die jeden Tag im Jahr einzeln auftreten, stehen nie neben ihrer Jahressumme, weil sie nie als Jahressumme auftreten.
Dazu kommt, wo der Betrag hinterher steht. Auf dem Kontoauszug landet er unter „Essen unterwegs“, „Freizeit“ oder „Notwendiges“ – in einer Zeile, in der ein einzelner kleiner Posten nicht auffällt. Die Zeile, in der er auffiele, heißt „Geld, das ich dieses Jahr nicht mehr habe“, und die gibt es auf keinem Auszug.
Und das ist der Punkt, an dem diese Seite eine Grenze hat
Dieser Beitrag handelt von Geld, das im eigenen Verhalten steckt. Bei vielen Menschen steckt dort mehr, als sie vermuten, und das lässt sich zurückholen; wie viel es ist, sagt kein Durchschnitt, sondern erst der Rechner mit den eigenen Beträgen. Bei manchen steckt dort nichts, weil am Monatsende wirklich nichts übrig ist – und das liegt dann nicht an ihnen. Wenn du das gerade liest und denkst „bei mir ist es nicht der Kaffee“, dann hast du recht, und die Adressen, die weiterhelfen, stehen unter Wenn es wirklich eng ist.
Was wirklich hilft
Nicht Disziplin. Ein Vorsatz gilt immer nur für den Moment, in dem du ihn fasst; eine tägliche Gewohnheit stellt die Frage an jedem Tag im Jahr neu, und gewonnen hast du erst, wenn du jeden dieser Tage gewinnst. Was hilft, ist deshalb nicht mehr Vorsatz, sondern eine Entscheidung weniger: einmal etwas umstellen, sodass die Frage gar nicht mehr auftaucht.
pro Woche
35 €
pro Monat
152 €
pro Jahr
1.826 €
| Einmal | 5,00 € |
|---|---|
| Mal im Jahr (täglich) | 365,25 |
| Im Jahr | 1.826 € |
| Als Monatsrate angelegt | 152 € |
| Nach dem Zeitraum, nominal | 124.092 € |
| Davon in heutiger Kaufkraft | 68.508 € |
Annahmen dieser Rechnung
- Angenommene Rendite je Jahr: 5,0 %
- Angenommene Geldentwertung je Jahr: 2,0 %
- Betrachtungszeitraum: 30
- Gerechnet, als würde der Jahresbetrag in zwölf Monatsraten angelegt.
Der ganze Rechner mit Beispiel, Rechenweg und Quellen: Gewohnheitsrechner: was dein Coffee to go im Jahr kostet
Was du dagegen tun kannst
-
Rechne einmal um, dann entscheide
Nimm die drei Beträge, die bei dir wiederkehren, und trag sie in den Rechner. Nicht um sie abzuschaffen – um sie überhaupt einmal in Jahresgröße gesehen zu haben. Vielleicht fällt danach einer weg, vielleicht auch keiner. Der Zweck ist die Jahreszahl, nicht die Entscheidung, die du daraus ziehst.
-
Ändere die Voreinstellung, nicht den Vorsatz
Ein Vorsatz muss jeden Tag neu gefasst werden. Eine Voreinstellung wirkt von selbst: Bargeld statt Karte für die betreffende Kategorie, die Bestell-App vom Startbildschirm, die Kaffeekanne am Arbeitsplatz. Jede dieser Änderungen kostet einmal fünf Minuten und wirkt danach ohne dich.
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Lass die Ersparnis nicht auf dem Girokonto liegen
Geld, das auf dem Girokonto bleibt, wird ausgegeben – nicht aus Schwäche, sondern weil es dafür da ist. Ein Dauerauftrag auf ein getrenntes Konto am Tag nach dem Gehaltseingang macht aus der Ersparnis etwas Sichtbares. Wohin damit, steht in Notgroschen: wie viel du wirklich brauchst.
Häufige Fragen
Ist das nicht Erbsenzählerei?
Es ist das Gegenteil. Erbsenzählerei wäre, jeden Einkauf zu notieren. Hier geht es um drei bis fünf wiederkehrende Posten – die zusammen fast immer mehr ausmachen als alles, was man mit Sparen an Einzelkäufen erreicht.
Warum rechnet ihr mit dem ganzen Jahr und nicht mit Arbeitstagen?
Weil eine tägliche Gewohnheit am Wochenende nicht aufhört. Gerechnet wird mit 365,25 Tagen, also mit dem Schaltjahresmittel – wer mit 365 nachrechnet, kommt auf ein paar Cent weniger. Wenn deine Gewohnheit nur an Arbeitstagen auftritt, stell den Rhythmus im Rechner um; dann sind es 250 Tage.
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